Monochrom auf Reisen – 25 Fotografen – 14 Tage – 50mm 1.4 + 28mm 2.0

Bilder und Berichte der Gewinner

Ende Juli 2018 began die Reise der Monochrom mit dem 28mm 2.0 + 50mm 1.4 ASPH. und einigen Zubehör.

Hier findet ihr die Bilder und die Erfahrungsberichte der Gewinner.

Viel Spaß.

Rainer Moster

Zwei Wochen durfte ich die Leica Monochrom CCD, nebst Leica M 28mm 2.0 asph und Leica M 50mm 1.4 asph (mein meistgenutztes Objektiv) testen. Ganz herzlichen Dank an FOTO-GÖRLITZ für diese tolle Möglichkeit.

Mich hat die Teilnahme deshalb gereizt, weil ich im Portraitbereich für meine eigenen Arbeiten zu 100% schwarz-weiss fotografiere und ich den Look der Bilder sowie das Fotografieren in genau denselben Momente erleben wollte. 

Sehr angenehm und wertig ist das Gefühl, die Kamera in der Hand zu halten. Ein bisschen etwas zwischen mir und dem Menschen gegenüber. Das mag ich. Eine Bedienungsanleitung ist nicht notwendig, die Menüführung so intuitiv und reduziert, dass ich schnell loslegen konnte. Das Display ist jedoch sehr klein, reicht aber aus. Kein Kritikpunkt. Den weichen Sound mochte ich gleich zu Beginn und gab mir  erneut ein anderes Gefühl beim Fotografieren. Ihr merkt, bisher ist es im Grunde „nur“ reine Gefühlsduselei. Aber das ist meiner nach beim Fotografieren wichtig, sagt natürlich nichts über die Qualität der Bilder aus. 

Die ersten Aufnahmen gingen in die Hose, weil ich das manuelle Fokussieren ein wenig üben musste. Was mich wirklich gestört hatte, war das teilweise Verdecken des Sucherbildes – was ohnehin sehr klein ist –  durch das Objektiv. 

Zum Fotografieren selbst. Klar, alles etwas langsamer und bewusster, es braucht wirklich Zeit, sich in die Kamera hineinzufinden. Der kleine Sucher, das manuelle Fokussieren, das richtige belichten. Belichtete ich die Bilder „richtig“ und fraßen die Lichter ein wenig aus, war die Aufnahme ruiniert. Lichter retten ist mit der Leica Monochrom nicht drin. Deshalb belichtete ich immer mindestens eine Blende unter, dann spielt sie ihre volle Dynamik aus. Dazu der wunderschöne look des 50er. Mit der Leica Monochrom also immer unterbelichten, was situativ mit dem Einstellrad sehr angenehm funktioniert. Das schnellere Fotografieren von Serien ist nicht so ohne, denn die Leica schreibt die Daten sehr langsam auf die Karte. Nach vier Bildern war eine Zwangspause angesagt. So entspannt muss denn doch nicht sein.

Fazit: Es macht Spaß mit der Leica Monochrom zu fotografieren. Der Funke ist jedoch nicht so richtig übergesprungen, vielleicht braucht es einfach Zeit, um sich an das schmucke Teil zu gewöhnen. Der Look, darum geht es ja schließlich, ist wunderschön, auch bei ISO 8000 sehen Portraits – sofern man Schnee im Bild mag – sehr schön aus. Alles in Allem ein ganz anderes Fotografieren, gewöhnungsbedürftig, wunderschönes, dynamisches schwarz-weiss, viele Kompromisse für solch einen hohen Preis.  

Julian Lösch

Leica M Monochrom
Als das Paket mit der Leica M Monochrom samt 50mm 1.4 Asch. Summilux und 28mm 2.0 asph. Summicron bei mir daheim ankamen, konnte ich es keine Sekunde mehr abwarten. Ich musste direkt alles auspacken und bin dann ein bisschen raus in die Natur gegangen, um das gute Stück zu testen. Es war nicht das erste mal, dass ich eine Leica in der Hand hatte, weswegen ich direkt mit der Steuerung und auch dem Fokussieren über den Messsucher zurechtkam.
Insgesamt habe ich mit der Leica mehrere Photowalks, zwei längere Shootings und hier und da mal ein bisschen Kleinkram fotografiert.
Folgende Punkte sind mir dabei aufgefallen:
Das Display auf der Rückseite ist echt Schrott. Klar, die Kamera ist schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber selbst meine vier Jahre alte 700D hat ein besseres Display. Mal eben den Fokus checken oder die Bilder in ausreichender Qualität begutachten ist damit nicht möglich. Gott sei Dank haben die neueren Leicas sowas nicht mehr verbaut. Für den Preis habe ich da schon mit mehr gerechnet. 
Der Sensor kann nur schwarzweiß. Natürlich. Sagt ja auch schon der Name. Aber das kann er richtig, richtig gut. Ich habe die Bilder alle im RAW-Format geschossen und anschließend mit Lightroom bearbeitet. Aus den Schwarzweiß-Files lässt sich meiner Meinung nach richtig viel rausholen und es fängt erst viel später als bei anderen RAW-Files an, dass es nach “too much” aussieht. ISO war bei diesem krassen Sensor auch kein Problem.
Der Sound ist anders als ich erwartet habe. Nicht dieses laute Klacken des Verschlusses, wie ich es mir vorgestellt habe, sondern eher leise und zurückhaltend. Das finde ich angenehm.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Arbeiten mit der Leica einfach Spaß gemacht hat. Am liebsten hatte ich dabei das 50mm 1.4 asph. drauf, obwohl ich sonst eigentlich eher weitere Objektive bevorzuge. Wenn man sie in die Hand nimmt, muss man direkt grinsen und kann sich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren. Ob ich mir selbst eine Leica mit Monochrom-Sensor holen würde, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht. Dafür ist die Einschränkung dann doch zu groß, voll auf Farben zu verzichten. Eine M10 ist mir da irgendwie sympathischer. Fotografen, die aber ausschließlich schwarzweiß fotografieren, kriegen hier das beste Ergebnis. Muss eben jeder selbst wissen.
Ich habe in diesem Test und in den zwei Wochen mit der Kamera sehr viel gelernt und hatte sehr viel Spaß mit der Kamera. Vielen Dank noch einmal an Alex von FOTO-GÖRLITZ, dass ich die Möglichkeit hierzu bekommen habe.

Stefan Steinert – Paris in Monochrom

Leica M Monochrom in Paris - foto-görlitz

Mit etwas Glück (und nachdem ich mich dafür beworben habe) hatte ich die Möglichkeit auf meinen diesjährigen Trip nach Paris* eine Leica M Monochrom mitzunehmen. Dafür bedanke ich mich bei Alex von FOTO-GÖRLITZ ganz herzlich. Er verleiht diese Kamera an insgesamt 25 Fotografen und jeder gibt hinterher Bilder und einem Erfahrungsbericht ab.

*Ich bin der Meinung, dass man mindestens einmal pro Jahr in Paris gewesen sein sollte. Dank TGV geht das mittlerweile von Basel aus in drei Stunden und fünf Minuten!

Die M Monochrom kam nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei Leica-Objektiven (28 mm Summicron und 50 mm Summilux asph), so dass ich sozusagen mit Vollausstattung nach Paris fahren konnte.

Wie der Name schon sagt, fehlt der M Monochrom die Farbe. „Eigentlich“ sehen Digitalsensoren keine Farben, sondern nur Helligkeitswerte. Daher befindet sich normalerweise vor jedem einzelnen Pixel ein Farbfilter, so dass ein Pixel entweder Grün, Rot oder Blau wahrnimmt – der sogenannte Bayes-Filter. Diesen Filter hat Leica weggelassen, so dass die Kamera nur noch die Helligkeitswerte aufnimmt, andererseits aber keine Verrechnung der Farbwerte durchführen muss, wodurch die Bilder etwas mehr Schärfe haben sollen, insbesondere im sogenannten Mikrokontrast. Will man mit einer normalen Digitalkamera also ein Schwarzweiss-Bild, muss man das errechnete Farbbild durch einen anderen Algorithmus wieder umrechnen, kann man sich also ausmalen (jaja, das passt jetzt natürlich hervorragend), welche Qualitätsunterschiede zu sehen sein sollten.

Die Kamera, ebenso wie die Objektive sind selbstverständlich auf „Leica Standard“ – man nimmt sie in die Hand und ist einfach nur begeistert. Alles klickt und dreht sich in einer Präzision, wie man es heute leider nur noch sehr selten erlebt. Klar, gibt es Kameras die alles automatisch machen – aber nicht so schön!

Durch die kleine und zurückhaltende Kamera bleibt man unauffällig und kann meist ohne grosses Aufsehen Bilder machen, so wie hier in dem Laden um die Ecke, in dem allerei Süsses angeboten wurde:

Leica M Monochrom in Paris - foto-görlitz

Für mich war es eine Herausforderung, meine Sehgewohnheiten auf „s/w“ umzustellen. Was man normalerweise durch Farbe hervorhebt, funktioniert nicht mehr. Statt dessen geht es um Licht und Schatten. Das ist insbesondere deswegen lustig weil ich auf meiner anderen Website über Analogfotografie morefilmlesspixels.com vor einiger Zeit einen Artikel darüber geschrieben hatte und mir quasi online ein Loch in den Bauch gefreut habe, wie gut ich das kann.

Andererseits braucht man sich über Farbbalance usw. keine Gedanken mehr zu machen, insbesondere Nachts und bei Kunstlicht ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Natürlich hatte ich meine „Farb-Leica“ (eine M262) auch dabei und beide Kameras abwechselnd benutzt. Nach einiger Zeit hatte ich dann den Monochrom-Dreh‘ raus und hier eine Auswahl der Schwarzweiß-Bilder:

Zum Abschluss noch einen Ausschnitt aus dem Bild vom Eiffelturm. Rund um die Turm-Basis hat Gustave Eiffel die Namen berühmter Wissenschaftler verewigt – was das 28mm Summicron an der M Monochrom leistet ist phänomenal:

Henry Balaszeskul – Berlin in Monochrom

Leica Monochrom in Berlin - FOTO-GÖRLITZ
Die Leica M Monochrom war für mich ein lang gehegter Traum, welcher für zwei Wochen in Erfüllung gegangen ist. Mit mehr Zeit als ein flüchtiger Blick im Fotoladen und der Möglichkeit die Kamera, wenn auch für beschränkte Zeit, sein eigen zu nennen, gab mir die Möglichkeit mich voll auf die Monochrom einzulassen.
Meine eigene Kamera legte ich für diesen Zeitraum auf die Seite und konzentrierte mich nur auf das „Schwarzweisse” sehen. Es brauchte etwas Zeit die Ergebnisse aus der Kamera den eignen Vorstellungen im Lr anzupassen. Auch wenn die Kamera digital fotografiert ist sie doch viel mehr Analog in der Handhabung.
Die M typische Bedienung war mir sehr vertraut. Das Display lässt einen nur grob vermuten was man da gerade fotografiert hat. Doch nach einigen Tagen war der Umgang mit der Kamera sehr vertraut. Ich habe die Farbe kaum noch vermisst und mich vielmehr mit der Komposition und dem Licht beschäftigt.
Grosse Freude hat mir auch die Verwendung von Farbfiltern an der Monochrom gemacht. Die hälfte der Zeit war ich mit dem Rotfilter unterwegs und habe großen Gefallen daran gefunden. Am Ende habe ich Sie mit großem bedauern an den nächsten Fotografen gesendet und überlege mir seitdem ernsthaft ob ich nicht auch eine Leica M Monochrom mein Eigen nennen möchte. Danke für diese Möglichkeit Alexander.

Thomas Haensgen – USA mit der Monochrom

Hier gibt es einen eigenen Artikel über die Reise von Thomas Haensgen

Sven Hasper – Monochrom auf Mallorca

Leica Monochrom auf Reisen - FOTO-GÖRLITZ

Über den Fotografen Andreas Jorns erfuhr ich von der Aktion von Foto Görlitz, eine Leica M Monochrome im Urlaub ausgiebig testen zu können.

Ich gewinne eigentlich nie etwas, aber hier habe ich doch tatsächlich mal den Zuschlag erhalten. Wie es der Zufall will, befand sich Alexander Görlitz zur gleichen Zeit wie ich auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Wir vereinbarten eine Termin zur Übergabe der Kamera nebst zwei wunderschönen Objektiven.

Ein bisschen hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, dieses hübsche Teil „nur“ beim Familienbadeurlaub auszuprobieren. Ich war mir nicht sicher, ob es ausreichend Situationen für tolle Foto gibts.

Glücklicherweise lag der Kamera noch ein ND Filter bei, so konnte ich auch bei den vorherrschenden Lichtverhältnissen mit offener Blende arbeiten. Meine Kinder konnten meine Begeisterung für die Kamera nicht verstehen. Ich versuchte es mit dem Vergleich zwischen einem 2018er Mercedes und einem 1970er Porsche.

Wenn man nicht Auto fahren kann, dann ist die Fahrt in dem Porsche kein Genuss. So ähnlich verhält es sich mit dieser Kamera. Die Leica wurde dann drei Wochen meine ständige Begleiterin. Etwas schwerer und klobiger als meine Sony A7, aber so merkt man wenigstens, dass sie noch da ist.

Ich habe mich recht schnell daran gewöhnt mit dem Messsucher zu fokussieren, auch wenn das bei knalle Sonne nicht ganz einfach ist. Ich fotografiere gerne alles… solange Menschen dabei sind. Die haben aber leider auch oft die Angewohnheit sich zu bewegen und dann stehe ich da und bitte um etwas Geduld, bis ich die beiden Bilder in dem kleinen Fenster im Messsucher übereinander gebracht habe und das Bild scharf ist. Im Laufe der Zeit bekommt man aber ein Feeling für eine schnelle Scharfstellung. Für eine tolle Momentaufnahme verzichte gerne auf eine knackige Schärfe.

Ich bin kein Technikfreak, ich will fotografieren und wenn ich dabei auch noch eine Geschichte erzählen kann, bin ich glücklich. Die Leica M unterstützt mich dabei. Kein Schnickschnack, kein überfrachtetes Menü, einfach nur fotografieren. Da ich den Großteil meiner Fotos in der Nachbearbeitung sowieso in schwarzweiß umwandle, hat mir die Leica die Entscheidung abgenommen, welches Foto vielleicht doch in der Buntversion ausgeliefert wird.

Marc Hoch – Der Sommer in schwarz-weiß

Mit der Monochrom in Andalusien

Monochrom auf Reisen - FOTO-GÖRLITZ

Monochrom und Sommer – geht das? Wenn das Meer blau ist, die Strände weiß, und die Farben leuchten, als wäre die Welt bunt lackiert worden, liefert die Schwarz-Weiß-Kamera abstrakte Bildwelten. Die typische Urlaubsstimmung stellt sich beim Betrachten ihrer Bilder jedenfalls nicht sogleich ein. Aber was ist das eigentlich, diese typische Urlaubsstimmung? Das sind eben genau jene Vorstellungen von weißen Stränden und bunten Badetüchern, die solche Bilder, egal, wo sie entstanden sind, austauschbar machen. Insofern ist die Monochrom eine gute Möglichkeit, die eigenen Bilder „besonders“ zu machen – gerade wenn man wie wir auf dieser Reise immer mit offener Blende arbeiten. Ob sie deshalb aber automatisch auch schön oder wertvoll sind, hängt vom eigenen Geschmack ab. Doch in einer Welt des millionenfach reproduzierten Sommers wirken sie wie aus der Zeit gefallen. Vielleicht sind gerade deshalb gut.

Monochrom auf Reisen - FOTO-GÖRLITZ

Die Suche nach dem guten Bild

In Andalusien, wo die Sonne viele Stunden vom Himmel brennt, ist die monochrome Wiedergabe der Wirklichkeit eine besondere Herausforderung. Wo es nur hellstes Licht und dunkelste Schatten gibt, entfällt die Welt der vielen Abstufungen und Grautöne, die solche Bilder zuweilen schön machen können. Wem nicht ein besonderer Moment in die Hände spielt, sollte deshalb nach Details Ausschau halten, denn unter den extremen Lichtbedingungen sind Wiedergaben von Landschaften schwierig. Solche Details können – vor angedeuteter Meereskulisse – einen Reiz entfalten und trotz Einfarbigkeit einen Eindruck von all dem vermitteln, was so eine Reise auszeichnet.

Monochrom auf Reisen - FOTO-GÖRLITZ

Für die Monochrom gilt in besonderer Weise, was für alle ambitionierten Hobby-Fotografen im allgemeinen gelten sollte: Das Vollglück liegt in der motivischen Beschränkung. Und das heißt: Blende auf und nah ran – was mit dem asphärischen Summilux zuweilen gelingen kann:

Monochrom auf Reisen - FOTO-GÖRLITZ

Linien und Formen

Es ist natürlich kein Geheimnis, dass insbesondere Linien Schwarz-Weiß-Bilder beleben können; sie sollten deshalb unter den besonderen Licht-Bedingungen gesucht werden. Auch das asphärische Summicron-28, das wir wegen seiner – selbst bei Offenblende – nüchternen und eher langweiligen Wiedergabe-Eigenschaften auf dieser Reise kaum genutzt haben, kann mit Linienspiel ein durchschnittliches Motiv interessanter erscheinen lassen.

Porträts

Die größte Stärke der Monochrom ist zweifelsohne das Porträt. Während Sommerlandschaften in der schwarz-weiß-Wiedergabe wirken, als würde etwas fehlen, führt die abstrakte Beschränkung im Porträt zu einer besonderen und manchmal geradezu einzigartigen Verdichtung des Ausdrucks. Das ist die besondere Fähigkeit dieser Kamera, ihr wichtigster Vorzug. Allerdings müssen die RAW-Daten intensiv und ganz nach Vorliebe bearbeitet werden – wir haben versucht, ihnen die Anmutung eines anologen Fotos zu geben. Ob es gelungen ist?

Monochrom auf Reisen - FOTO-GÖRLITZ